Epologie
Das bedingungslose Grundeinkommen
Ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) scheint für viele eine Utopie, obwohl wir ein bedingtes Grundeinkommen bereits als Kindergeld, Krankengeld, Rente, Hartz IV etc. haben. Warum wir die Bedingungslosigkeit für so wichtig halten und wie es finanziert werden kann, werden wir im Folgenden erörtern.
Dabei ist Selbstbestimmung durch ein BGE auch nur Mittel zum Zweck. `Regiere Dich selbst´ dient allein dem Ziel, die aktuellen guten Gefühle zu erhöhen, d. h. mehr Zufriedenheit und Glück zu schaffen.
Jetzt muss niemand mehr eine Arbeit annehmen, die ihm keinen Spaß verspricht, weil er sie für sinnlos hält!
Dabei ist das BGE nur das "Sahnehäppchen" einer viel weiter reichenden Systemänderung. Diese besteht in der Verschiebung der Besteuerung von der Arbeit auf den Konsum. Diese einfache, für viele zu einfache Maßnahme, hat enorme Auswirkungen auf die Arbeitsmotivation. Die Besteuerung der Arbeit ist ein Relikt der Vergangenheit, der Selbstversorgungswirtschaft (Subsistenzwirtschaft), da hier nicht genügend Frei-Tausch-Akte (Leistung gegen Geld) durchgeführt wurden. Erst die fortschreitende Arbeitsteilung durch die Industrialisierung ab dem 19. Jahrhundert eröffnet diese Möglichkeit. In Form der Mehrwert-, Benzin- und sonstiger Konsumsteuern werden diese bereits jetzt erhoben. Nur der Frei-Tausch ermöglicht diesen Mehrwert für beide Tauschpartner. Technik und Fleiß schaffen mehr Leistung, aber noch keinen Mehrwert. Unabhängig von der gefühlsoptimierenden Leistungserbringung, die für jeden das Motiv zur Arbeit ist, entsteht der gesellschaftliche Wert erst durch ihren freiwilligen Tausch. Damit wieder deutlich wird, dass nur bereits erbrachte Leistung konsumiert werden kann, wird das Grundeinkommen nur aus tatsächlich vereinnahmter (verdienter) Mehrwertsteuer finanziert. Stellt Euch vor, in der Tagesschau wird täglich die verdiente Mehrwertsteuer gemeldet. Damit kann sich jeder ausrechnen, wie hoch sein Grundeinkommen in zwei Monaten sein wird. Das wird eine ganz spannende Geschichte für alle. Ausführlicher wird dieser Zusammenhang durch die Genusswirtschaftslehre (www.ich.io) erklärt.
Den meisten Menschen wird nicht bewusst sein, das alle Preise letztlich nur aus Lohn, Gewinn, Sozialabgaben und Steuern bestehen. Die Verschiebung der Besteuerung auf den Konsum wird auf Dauer nicht zu höheren Preisen führen. Ganz im Gegenteil werden die Preise durch die vermehrt erbrachte und auf dem Markt angebotene Leistung tendenziell leicht nachgeben. Ein weiterer Vorteil für alle Menschen, die mit ihrem Einkommen rechnen wollen (müssen?).
Jetzt sind wir an dem Punkt, den die meisten Menschen für den Entscheidenden halten. Wie finanzieren wir das BGE?
Das Bruttosozialprodukt beträgt z. Zt. ungefähr 2,4 Billionen € im Jahr. Davon fließen heute etwa 1/3, d.h. 800 Milliarden in den Sozialbereich. Teilen wir diese 800 Mrd. durch 80 Mio. Bürger, erhalten wir 10.000 € pro Jahr, sprich´ 830 € pro Person und Monat. Dies entspricht in etwa dem Hartz IV-Satz für eine allein lebende Person.
Von Finanzierungsproblemen bleibt meines Erachtens nichts übrig.
Des Weiteren wird die Entlastung der Löhne (keine Steuern und Sozialabgaben) zu einem enormen Leistungsschub führen. Die Einsparungen in der Verwaltung der Betriebe und des Staats kommen noch hinzu. Dies wird die Exportpreise erheblich senken und unsere Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.
Damit ist die Kreditkrise auch gleich erheblich entschärft, haben doch die Kreditnehmer ca. 50% mehr Netto vom Brutto, also genug Geld, um ihre Raten zu bezahlen.
Dazu ist kein Konjunkturprogramm auf Pump nötig. Welcher Vater, welche Mutter bestiehlt ruhigen Gewissens die eigenen Kinder?
Dieser kurze Abriss wird jeden Selbst-Denker zu weiteren Überlegungen und Betrachtungen führen. Bei Fragen stehe ich gern unter 0172-5142682 oder info@ich.io zur Verfügung.
Jetzt ist es an jedem selbst, ob er weiter seine Kinder bestehlen lässt, oder etwas tut.
Ich tu' was, und Du?
Info's www.williweise.de
19.05.2009
Schwerpunkt Hoffnung – Ist die Kreditkrise überwunden?
Die Kreditkrise begann im Sommer 2008, als immer mehr so genannte Subprime-Kredite für Hausbauer nicht mehr bedient werden konnten. Diese zweitklassigen Kredite wurden vergeben, weil alle Beteiligten an dauerhaft steigende Immobilienpreise glaubten. Der Staat wollte sozial schwache Bürger zu Eigentum verhelfen und ermöglichte Hauskredite ohne persönliche Haftung der Kreditnehmer. Das Risiko aller Beteiligten schien überschaubar. Die Kreditnehmer spekulierten auf steigende Preise. Sollten diese nicht eintreten, konnten sie sich mit Räumung der Häuser und Abgabe der Hausschlüssel bei der Bank aller Verpflichtungen entledigen. Entgegen dem deutschen Recht, auch persönlich für den Hauskredit zu haften, ist der Einwurf des Hausschlüssels in den Briefkasten der Bank eine elegante Entschuldungs- und Risikovermeidungsmethode.
Damit schien das größere Risiko bei den Banken zu landen. Diesen wurde aber gesetzlich erlaubt, die Kredite komplett zu bündeln und als Immobilienanleihen an Anleger weiterzuverkaufen. Auch sie konnten das Risiko elegant weiterreichen. Um die Anleger weiter abzusichern, wurden zusätzlich Kreditversicherungen bei den größten amerikanischen Versicherungen abgeschlossen. Häufig wurden die Kreditpakete nochmals mit Kreditkartenkrediten , Studentenkrediten oder Autokrediten angereichert, neu verpackt, zusätzlich versichert und an das gläubige Anlagenpublikum verkauft. Vorwiegend an Versicherungen, Banken, Rentenfonds und andere Institutionen, die Spargelder sammeln, um sie mit Hilfe komplizierter Rechenmodelle anzulegen.
Nobelpreisträger der Mathematik errechneten, dass das Ausfallrisiko bei diesen umfangreichen Absicherungen gleich null sei. Alle glaubten an dieses Perpetuum Mobile, Gewinn für jeden ohne eigene Leistung und vor allem Anlagenrisiko.
Das ganze System belohnte Investitionen in Immobilien, also wurde investiert. Niemand dachte daran, dass Häuser nicht um ihrer selbst willen gebaut werden, dass sie nur einen Sinn haben, wenn sich ein Käufer oder Mieter findet, der aber seine eigene Leistung erbringt, gegen Geld tauscht und damit die Kreditraten bezahlt.
Den letzten Satz sollten wir uns genauer ansehen. Zerteilen wir den Vorgang, um ihn besser zu verstehen. Um meine Kreditrate jeden Monat, meistens bis zu dreißig Jahren, bezahlen zu können, muss Ich eigene Leistung erbringen und am Markt gegen Geld tauschen. Die Varianten, Geld geschenkt zu bekommen oder Geld zu stehlen, bilden die Ausnahme. Aus diesem Grund werde Ich sie hier nicht weiter untersuchen. Um Geld zu verdienen, müssen wir also einem anderen Menschen bei seiner Bedürfnisbefriedigung helfen. Dazu bieten wir unsere Leistung selbstbestimmt als Waren oder Arbeitsleistung zum Freitausch an. Dazu braucht es also zwingend zwei Voraussetzungen:
- Eigene Leistung (Güter, Arbeit)
- Einen Tauschpartner mit eigener Leistung (Geld), dem unsere Leistung mehr wert ist als seine eigene. Dieser muss natürlich auch seine Leistung wiederum unter den gleichen Bedingungen erbracht und getauscht haben.
Die Möglichkeit, unsere zukünftige Leistung gegen Geld zu tauschen, sprich´ einen weiteren Kredit aufzunehmen, um die Raten für einen alten Kredit zu bezahlen, funktioniert auch nur eine kurze Zeit.
Die entscheidende Frage ist damit: Was kann uns davon abhalten, unsere Leistung durch Arbeiten zu erbringen? Anders formuliert: Was kann unsere Leistungsmotivation so sehr beeinträchtigen, dass wir auf produktive Handlungen und die daraus resultierende Leistung verzichten? Die Leistungsmotivation, in der Genusswirtschaftslehre bezeichne Ich sie als Genusserwartung, wird durch umfangreiche Vorschriften und Gesetze beeinträchtigt. Dies fängt bei Arbeitsgesetzen an, geht über Gewerbe- und Handwerksgesetze weiter und endet irgendwann bei Sozialabgaben und Steuern. Für Harz IV-Empfänger entscheidend sind die restriktiven Hinzuverdienstgesetze. Um es in Umgangssprache zu formulieren: Leistung (Arbeit) muss sich lohnen. Ohne, dass es sich wieder mehr lohnt, eigene Leistung zu erbringen und anzubieten, wird der Kreditnehmer diese nicht erbringen. Immer mehr Kredite werden nicht ordnungsgemäß bedient. Die Krise vertieft sich zu Lasten aller Leistungserbringer (Arbeiter und Unternehmer). Wobei das größte Hemmnis sicher die Sozialabgaben und Lohnsteuern sind.
Eine Verschiebung der Besteuerung von der Arbeit auf den Konsum wäre der richtige Weg. In Verbindung mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen für alle (siehe auch www.tuwas.li) eröffnet sich ein viel versprechender Weg aus der Kredit- und Wirtschaftskrise. Dieses Konzept wird bereits seit langem diskutiert und von weiten Kreisen der Bevölkerung unterstützt. Größte Gegner sind alle Staatsbediensteten, Politiker, Kirchen- und Verbandsvertreter etc., kurz alle, die von Gesetzen und ihrer zwangsweisen Durchsetzung profitieren, zumindest durch ihr Einkommen.
Es gibt nur drei Arten zu Handeln: Fremdfreundlich durch eigene Leistung, respektvoll durch Nichtbehinderung oder fremdschädlich durch Behinderung als Zwangstauscher. Das Handeln als Zwangstauscher, sprich´ Gesetze umsetzen und anderen Menschen die Leistungsmotivation stehlen, ist auf jeden Fall sehr gesundheitsschädlich, von Genussschädigung erst gar nicht zu reden. Dies belegen der höchste Krankenstand im Öffentlichen Dienst (17% Krankentagen) und die mit Abstand höchste Rate an Frührentnern. Dies soll kein Angriff auf Politiker und andere Zwangstauscher sein, lediglich eine Anregung, auf gesundheitsschädliches Handeln für Bürger und sich selbst zu versichten.
Nach dieser Anregung zurück zu unserer Eingangsfrage. Die Kreditkrise ist natürlich durch neue Kredite und Wirtschaftsprogramme (Abwrack-Prämie) nicht zu lösen. Die Krise wird nur in die Zukunft verschoben und weiter verschärft. Außerdem müssen die Geschenke durch höhere Steuern zurückgezahlt werden, ein Schritt in die völlig falsche Richtung.
Fazit
Ohne eine geringere Beeinträchtigung der Leistungsmotivation durch Vorschriften und Gesetze wird die Krise nicht überwunden. Die Genusserwartung des Menschen, allein oder mit anderen produktiv zu handeln, ist angeboren. Es ist die nachhaltigere Methode, die eigenen guten Gefühle zu steigern, außerdem wird durch sie erst die Gefühlsoptimierung durch konsumtive Bedürfnisbefriedigung möglich.
Dies macht auch den Unsinn deutlich, Leistungen weiter zu erbringen, die keiner kaufen will. Wie soll Ich meine Arbeit für sinnvoll halten, wenn sie keiner kauft? Wie viel Freude kann es machen, für die Mülltonne zu produzieren? Es ist Zeit für mehr Selbstbestimmung durch ein Bedingungsloses Grundeinkommen für alle.
19.05.2009
Schwerpunkt Hoffnung – Ist die Kreditkrise überwunden?
Die Kreditkrise begann im Sommer 2008, als immer mehr so genannte Subprime-Kredite für Hausbauer nicht mehr bedient werden konnten. Diese zweitklassigen Kredite wurden vergeben, weil alle Beteiligten an dauerhaft steigende Immobilienpreise glaubten. Der Staat wollte sozial schwache Bürger zu Eigentum verhelfen und ermöglichte Hauskredite ohne persönliche Haftung der Kreditnehmer. Das Risiko aller Beteiligten schien überschaubar. Die Kreditnehmer spekulierten auf steigende Preise. Sollten diese nicht eintreten, konnten sie sich mit Räumung der Häuser und Abgabe der Hausschlüssel bei der Bank aller Verpflichtungen entledigen. Entgegen dem deutschen Recht, auch persönlich für den Hauskredit zu haften, ist der Einwurf des Hausschlüssels in den Briefkasten der Bank eine elegante Entschuldungs- und Risikovermeidungsmethode.
Gewinne ohne Risiko
Damit schien das größere Risiko bei den Banken zu landen. Diesen wurde aber gesetzlich erlaubt, die Kredite komplett zu bündeln und als Immobilienanleihen an Anleger weiterzuverkaufen. Auch sie konnten das Risiko elegant weiterreichen. Um die Anleger weiter abzusichern, wurden zusätzlich Kreditversicherungen bei den größten amerikanischen Versicherungen abgeschlossen. Häufig wurden die Kreditpakete nochmals mit Kreditkartenkrediten , Studentenkrediten oder Autokrediten angereichert, neu verpackt, zusätzlich versichert und an das gläubige Anlagenpublikum verkauft. Vorwiegend an Versicherungen, Banken, Rentenfonds und andere Institutionen, die Spargelder sammeln, um sie mit Hilfe komplizierter Rechenmodelle anzulegen.
Nobelpreisträger der Mathematik errechneten, dass das Ausfallrisiko bei diesen umfangreichen Absicherungen gleich null sei. Alle glaubten an dieses Perpetuum Mobile, Gewinn für jeden ohne eigene Leistung und vor allem ohne Anlagenrisiko.
Nichts ist umsonst
Das ganze System belohnte Investitionen in Immobilien, also wurde investiert. Niemand dachte daran, dass Häuser nicht um ihrer selbst willen gebaut werden, dass sie nur einen Sinn haben, wenn sich ein Käufer oder Mieter findet, der die monatlichen Raten bezahlen kann und will.
Den letzten Satz sollten wir uns genauer ansehen. Zerteilen wir den Vorgang, um ihn besser zu verstehen. Um meine Kreditrate jeden Monat, meistens bis zu dreißig Jahren, bezahlen zu können, muss Ich eigene Leistung erbringen und am Markt gegen Geld tauschen. Die Varianten, Geld geschenkt zu bekommen oder Geld zu stehlen, bilden die Ausnahme. Aus diesem Grund werde Ich sie hier nicht weiter untersuchen. Um Geld zu verdienen, müssen wir also einem anderen Menschen bei seiner Bedürfnisbefriedigung helfen. Dazu bieten wir unsere Leistung selbstbestimmt als Waren oder Arbeitsleistung an.
Zwei Voraussetzungen:
- Eigene Leistung (Güter, Arbeit)
- Einen Tauschpartner mit eigener Leistung (Geld), dem unsere Leistung mehr wert ist als seine eigene.
Die entscheidende Frage ist damit: Was kann uns davon abhalten, unsere Leistung durch Arbeiten zu erbringen? Anders formuliert: Was kann unsere Leistungsmotivation so sehr beeinträchtigen, dass wir auf produktive Handlungen und die daraus resultierende Leistung verzichten? Die Leistungsmotivation, in der Genusswirtschaftslehre bezeichne Ich sie als Genusserwartung, wird durch umfangreiche Vorschriften und Gesetze beeinträchtigt. Dies fängt bei Arbeitsgesetzen an, geht über Gewerbe- und Handwerksgesetze weiter und endet irgendwann bei Sozialabgaben und Steuern. Für Harz IV-Empfänger entscheidend sind die restriktiven Hinzuverdienstgesetze. Um es in Umgangssprache zu formulieren: Leistung (Arbeit) muss sich für mich lohnen.
Konsum statt Arbeit besteuern
Mehr Leistungsmotivation ermöglicht eine Verschiebung der Besteuerung von der Arbeit auf den Konsum. In Verbindung mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen für alle (siehe auch www.tuwas.li) eröffnet sich ein viel versprechender Weg aus der Kredit- und Wirtschaftskrise. Weniger von dieser Idee begeistert sind Staatsbedienstete, Politiker, Kirchen- und Verbandsvertreter etc., kurz alle, die von Gesetzen und ihrer zwangsweisen Durchsetzung profitieren, zumindest durch ihr Einkommen. Dass dies häufig zu Lasten von Zufriedenheit und Gesundheit geht, belegen die höchste Rate an Krankentagen und Frührentnern. Dies soll kein Angriff auf Politiker und andere Zwangstauscher sein, lediglich eine Anregung, auf gesundheitsschädliches Handeln für Andere, aber vor allem sich selbst zu verzichten.
Nach dieser Anregung zurück zu unserer Eingangsfrage. Die Kreditkrise ist natürlich durch neue Kredite und Wirtschaftsprogramme (Abwrack-Prämie) nicht zu lösen. Die Krise wird nur in die Zukunft verschoben und weiter verschärft. Außerdem müssen die Geschenke durch höhere Steuern zurückgezahlt werden, ein Schritt in die völlig falsche Richtung.
Fazit
Ohne eine geringere Beeinträchtigung der Leistungsmotivation durch Vorschriften und Gesetze wird die Krise nicht überwunden. Die Genusserwartung des Menschen, allein oder mit anderen produktiv zu handeln, ist angeboren. Es ist die nachhaltigere Möglichkeit, die eigenen guten Gefühle zu steigern. Außerdem ist Leistung Voraussetzung für mehr Freude durch konsumtives Handeln. Dies macht auch den Unsinn deutlich, Leistungen weiter zu erbringen, die keiner kaufen will. Wie viel Freude kann es machen, für die Mülltonne zu produzieren?
07.05.2009 Artikel für Strassenfeger
Selbstliebe
Oder wie bereite ich mir gute Gefühle?
In der Philosophie hat sich Rousseau mit diesem Thema ausführlicher beschäftigt und seine Nähe zur Selbstsucht aufgezeigt. Wobei er damit die übertriebene, die maßlose Selbstliebe meinte, die fremdschädigende Handlung in Kauf nimmt. Ist aber nicht jedes übertriebene Handeln selbstschädigend, eventuell sogar fremdschädigend?
Auch die Kirche beschäftigt sich seit 2000 Jahren mit diesem Thema. In der Bibel finden wir in den Zehn Geboten vielleicht etwas Erhellendes. Ein Gebot lautet: „Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst.“ Etwas umständlich formuliert, aber gemeint ist vermutlich: Liebe Dich selbst und Deinen Nächsten. Aber ich soll ja auf keinen Fall zuerst an mich denken, sondern immer nur an die Anderen. Nur- wie soll das gehen, verstehe ich doch nur wenig von meinem Körper und meinem Unterbewusstsein. Nur wenig mehr weiß ich über die Bedürfnisse und Fähigkeiten meines Körpers und Geistes. Dabei sind sie Voraussetzung für sinnvolles Handeln. Ohne produktive und konsumtive Handlungen ist keine Freude zu erzielen. Aber was weiß ich von Deinen Bedürfnissen und Fähigkeiten, wenn Du vor mir stehst? Was, wenn Du 10 Kilometer oder 100 Kilometer oder gar 1.000 Kilometer weit weg bist?
So kommen wir nicht weiter.
Was sagt der Biologe? Ausschüttungen im Gehirn von körpereigenen Drogen (Endorphine, Dopamin etc.) durch entsprechendes Denken und Handeln.
Haben oder Handeln?
Das Wort `Selbstliebe´ scheint einen Zustand zu beschreiben und keinen Prozess. Dies ist ausgesprochen irreführend, da es sich bei Leben und Lieben immer um einen Prozess handelt. Dieser Prozess besteht in der Abfolge von Denken, Handeln, Fühlen, Denken, Handeln, Fühlen usw.
Dies ist ein vereinfachtes Bild, da wir immer alles gleichzeitig erleben, aber nur Ausschnittweise bewusst wahrnehmen. Wobei unsere Wahrnehmung weitgehend von unserem Autopiloten, dem Unterbewusstsein gesteuert wird. Nur das, was eine Gefahr oder ein großes Glück bedeuten könnte, löst so starke Gefühle aus, dass sie uns unmittelbar bewusst werden. Das Unterbewusstsein ist eine gute Ergänzung zum Bewusstsein, reagiert es doch extrem schnell, aber wenig genau. Wogegen das Bewusstsein langsam, aber genau unterscheiden kann. So spielen wir spezielles Handeln und seine Wirkung im Geist durch gemäß der Frage: Wie handle ich am besten? Wobei die viel wichtigere Frage: Warum will ich handeln? von meinem Unterbewusstsein beantwortet wurde. Das Unterbewusstsein stellt die aktuellen Bedürfnisse und ihre Realisierungschancen nebeneinander und wählt aufgrund vergangener Erfahrungen. Dasjenige Bedürfnis, dass die stärksten und nachhaltigsten guten Gefühle verspricht, wird ins Bewusstsein gehoben. Ob diese Erwartung, genauer diese Genusserwartung tatsächlich durch die Handlung erreicht wird, zeigt sich erst bei der Tat.
Was hat dies alles mit Selbstliebe zu tun, werden Sie fragen? Mit dem Wort an sich vielleicht weniger, mit dem guten Gefühl, dass durch Selbstliebe ermöglicht wird, umso mehr. Wie alles Denken und Handeln dient auch die Selbstliebe allein der individuellen, aktuellen Gefühlsoptimierung.
Kommen wir zum sozialen Aspekt der Selbstliebe. Anderen Menschen Liebe zu schenken ist eine seit Jahrtausenden erprobte Methode, die eigene Freude zu steigern. Wie soll es meine Gefühle positiv beeinflussen, wenn ich Liebe schenken soll, obwohl ich für mich selbst nicht genug davon habe? Schenken macht nur Spaß, wenn ich mehr von etwas habe, als ich jetzt will. Schenken spielt sich damit nicht nur in meinem Kopf ab, sondern für den anderen Menschen auf der Materieebene und zwar nur auf der Materieebene. Wie der (beschenkte) Mensch meine Handlung und ihre Wirkung (Leistung) bewertet, liegt allein in seinem Urteil (gefühlt und gedacht). Liebe schenken heißt Leistung schenken, Leistung, die ich mehr erbringe, als ich selbst für mich brauche. Auch hier steht die eigene Gefühlsoptimierung durch produktive Handlung am Anfang. Ohne sinnvolle Tat wenig Spaß.
Zu guter letzt ist die Selbstliebe durch produktive Handlung, sprich´ Selbstbefriedigung, zu nennen; eine hervorragende Entspannungsmethode, die gelassen und glücklich macht. Die Kirche sieht dies natürlich völlig anders. Wer Spaß haben will, ohne Kinder (Gottes) zu zeugen, ist des Teufels oder schlimmer, allen Andersdenkenden zum Trotz. Was sie 2000 Jahre lang nicht begriffen haben, können die Kirchenmänner und –frauen vielleicht noch lernen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Mein Fazit bleibt: Nur, wer sich selbst ausreichend liebt (Gutes tut), kann Liebe schenken.
19.05.2009
Schwerpunkt Hoffnung – Ist die Kreditkrise überwunden?
Die Kreditkrise begann im Sommer 2008, als immer mehr so genannte Subprime-Kredite für Hausbauer nicht mehr bedient werden konnten. Diese zweitklassigen Kredite wurden vergeben, weil alle Beteiligten an dauerhaft steigende Immobilienpreise glaubten. Der Staat wollte sozial schwache Bürger zu Eigentum verhelfen und ermöglichte Hauskredite ohne persönliche Haftung der Kreditnehmer. Das Risiko aller Beteiligten schien überschaubar. Die Kreditnehmer spekulierten auf steigende Preise. Sollten diese nicht eintreten, konnten sie sich mit Räumung der Häuser und Abgabe der Hausschlüssel bei der Bank aller Verpflichtungen entledigen. Entgegen dem deutschen Recht, auch persönlich für den Hauskredit zu haften, ist der Einwurf des Hausschlüssels in den Briefkasten der Bank eine elegante Entschuldungs- und Risikovermeidungsmethode.
Gewinne ohne Risiko
Damit schien das größere Risiko bei den Banken zu landen. Diesen wurde aber gesetzlich erlaubt, die Kredite komplett zu bündeln und als Immobilienanleihen an Anleger weiterzuverkaufen. Auch sie konnten das Risiko elegant weiterreichen. Um die Anleger weiter abzusichern, wurden zusätzlich Kreditversicherungen bei den größten amerikanischen Versicherungen abgeschlossen. Häufig wurden die Kreditpakete nochmals mit Kreditkartenkrediten , Studentenkrediten oder Autokrediten angereichert, neu verpackt, zusätzlich versichert und an das gläubige Anlagenpublikum verkauft. Vorwiegend an Versicherungen, Banken, Rentenfonds und andere Institutionen, die Spargelder sammeln, um sie mit Hilfe komplizierter Rechenmodelle anzulegen.
Nobelpreisträger der Mathematik errechneten, dass das Ausfallrisiko bei diesen umfangreichen Absicherungen gleich null sei. Alle glaubten an dieses Perpetuum Mobile, Gewinn für jeden ohne eigene Leistung und vor allem ohne Anlagenrisiko.
Nichts ist umsonst
Das ganze System belohnte Investitionen in Immobilien, also wurde investiert. Niemand dachte daran, dass Häuser nicht um ihrer selbst willen gebaut werden, dass sie nur einen Sinn haben, wenn sich ein Käufer oder Mieter findet, der die monatlichen Raten bezahlen kann und will.
Den letzten Satz sollten wir uns genauer ansehen. Zerteilen wir den Vorgang, um ihn besser zu verstehen. Um meine Kreditrate jeden Monat, meistens bis zu dreißig Jahren, bezahlen zu können, muss Ich eigene Leistung erbringen und am Markt gegen Geld tauschen. Die Varianten, Geld geschenkt zu bekommen oder Geld zu stehlen, bilden die Ausnahme. Aus diesem Grund werde Ich sie hier nicht weiter untersuchen. Um Geld zu verdienen, müssen wir also einem anderen Menschen bei seiner Bedürfnisbefriedigung helfen. Dazu bieten wir unsere Leistung selbstbestimmt als Waren oder Arbeitsleistung an.
Zwei Voraussetzungen:
Eigene Leistung (Güter, Arbeit)
Einen Tauschpartner mit eigener Leistung (Geld), dem unsere Leistung mehr wert ist als seine eigene.
Die entscheidende Frage ist damit: Was kann uns davon abhalten, unsere Leistung durch Arbeiten zu erbringen? Anders formuliert: Was kann unsere Leistungsmotivation so sehr beeinträchtigen, dass wir auf produktive Handlungen und die daraus resultierende Leistung verzichten? Die Leistungsmotivation, in der Genusswirtschaftslehre bezeichne Ich sie als Genusserwartung, wird durch umfangreiche Vorschriften und Gesetze beeinträchtigt. Dies fängt bei Arbeitsgesetzen an, geht über Gewerbe- und Handwerksgesetze weiter und endet irgendwann bei Sozialabgaben und Steuern. Für Harz IV-Empfänger entscheidend sind die restriktiven Hinzuverdienstgesetze. Um es in Umgangssprache zu formulieren: Leistung (Arbeit) muss sich für mich lohnen.
Konsum statt Arbeit besteuern
Mehr Leistungsmotivation ermöglicht eine Verschiebung der Besteuerung von der Arbeit auf den Konsum. In Verbindung mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen für alle (siehe auch www.tuwas.li) eröffnet sich ein viel versprechender Weg aus der Kredit- und Wirtschaftskrise. Weniger von dieser Idee begeistert sind Staatsbedienstete, Politiker, Kirchen- und Verbandsvertreter etc., kurz alle, die von Gesetzen und ihrer zwangsweisen Durchsetzung profitieren, zumindest durch ihr Einkommen. Dass dies häufig zu Lasten von Zufriedenheit und Gesundheit geht, belegen die höchste Rate an Krankentagen und Frührentnern. Dies soll kein Angriff auf Politiker und andere Zwangstauscher sein, lediglich eine Anregung, auf gesundheitsschädliches Handeln für Andere, aber vor allem sich selbst zu verzichten.
Nach dieser Anregung zurück zu unserer Eingangsfrage. Die Kreditkrise ist natürlich durch neue Kredite und Wirtschaftsprogramme (Abwrack-Prämie) nicht zu lösen. Die Krise wird nur in die Zukunft verschoben und weiter verschärft. Außerdem müssen die Geschenke durch höhere Steuern zurückgezahlt werden, ein Schritt in die völlig falsche Richtung.
Fazit
Ohne eine geringere Beeinträchtigung der Leistungsmotivation durch Vorschriften und Gesetze wird die Krise nicht überwunden. Die Genusserwartung des Menschen, allein oder mit anderen produktiv zu handeln, ist angeboren. Es ist die nachhaltigere Möglichkeit, die eigenen guten Gefühle zu steigern. Außerdem ist Leistung Voraussetzung für mehr Freude durch konsumtives Handeln. Dies macht auch den Unsinn deutlich, Leistungen weiter zu erbringen, die keiner kaufen will. Wie viel Freude kann es machen, für die Mülltonne zu produzieren?
Alles ist gut
Platon stellte die These „alles ist gut“ als oberstes Prinzip der Natur auf. Meiner Meinung nach muss dieses Prinzip für meine Welt folgendermaßen ergänzt werden:
„Alles, was ist, ist gut, wenn Ich es richtig benutze.“
Jede Erkenntnis, jedes Prinzip ist nur gut in meiner einzigartigen Welt, wenn Ich es richtig benutze, d.h. wenn Ich damit meine Ziele erreiche und meine Bedürfnisse befriedige. Dazu muss Ich überprüfen, ob eine Erkenntnis oder ein Prinzip in meiner Welt auch funktionieren. Die richtige Benutzung setzt aber nicht voraus, dass Ich alles Wissen über ein Ding, eine Idee oder eine Methode haben muss, um sie sinnvoll zu nutzen.
Ein Beispiel: Ich muss nicht wissen, aus welcher Legierung eine Messerklinge besteht, Ich muß sie nur richtig benutzen. Die Herausforderung besteht für mich also darin, alles, was ist, richtig zu benutzen. Deshalb ist es für mich viel wichtiger, zu entscheiden, welches Wissen für mich jetzt wichtig ist, als der Versuch, so viel wie möglich Wissen und Informationen aufzunehmen. Dieser Umstand führt in meiner Welt dazu, daß Ich mich den meisten Informationen gegenüber abschotte. Ich muss wissen, was für mich wichtig ist, genauer, was jetzt für mich wichtig ist. Viel wichtiger als alles Wissen über meine Welt ist also die aktuelle Relevanz für meine jetzigen Bedürfnisse. Vor allem Wissen muss Ich klären, welche Bedürfnisse Ich jetzt zu welchem Preis befriedigen will. Ich kann nur sinnvoll handeln, wenn Ich für mich laufend eine Prioritätenliste meiner Bedürfnisse erstelle. Aktualität oder Dauerhaftigkeit sind dabei wichtige Fragen. Fast jedes Verhalten, welches kurzfristig Vorteile bietet, muss Ich mit langfristigen Nachteilen erkaufen. Zum Beispiel habe ich kurzfristig Genuss, wenn ich zehn Honigschnäpse hintereinander wegkippe. Dies erkaufe ich mir aber mit längerfristigen Nachteilen wie Übelkeit, Kopfschmerzen und Kontrollverlust. Ich muss also kontinuierlich abwägen zwischen Vor- und Nachteil eines jeden Verhaltens.
Es gibt also folgendes festzustellen: Es gibt kein Verhalten, welches nur Vorteile oder nur Nachteile zum Ergebnis hat. Oder anders formuliert: Es gibt keine Situation, die Ich nicht zu meinem Vorteil nutzen kann. Voraussetzung ist, dass Ich einigermaßen verstehe, was überhaupt da ist. Jetzt kann Ich meine Bedürfnisse den aktuellen Möglichkeiten anpassen. Dreh- und Angelpunkt ist immer das genaue Beobachten meiner Person mit dem Ziel, meine Bedürfnisse zu erkunden. Dazu gehört auch das Beobachten meiner Umwelt, um diese auf der Basis meiner bisherigen Erfahrung zu benutzen. Auch hier wieder sind Fehler im praktischen Handeln immer die besten Lehrmeister.
Meine Welt ist also gut, solange Ich sie richtig benutze!
Gedanken über Gesetze
Muß es Gesetze geben? Die Antwort ist eindeutig: Ja!
Ich brauche Gesetze, um eine Leitlinie für mein tägliches Handeln zu haben. Aber warum fällt es uns so schwer, Gesetze zu befolgen?
Ein einfaches Beispiel soll genügen. Obwohl wir auf Landstraßen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 Stundenkilometern haben, erwische Ich mich häufig dabei, daß Ich 120 oder sogar 130 km/h fahre. Warum fällt es mir also so schwer, mich an das Gesetz zu halten? 100 km/h und nicht mehr. Für mich gibt es nur einen Grund:
Es ist nicht mein eigenes Gesetz.
Kann Ich denn meine eigenen Gesetze machen?
Ich muß es sogar, wenn irgendein Gesetz bei mir wirken soll. Da Ich häufig nicht einmal nach meinen eigenen Vorstellungen und Gesetzen handle (keine Pizza, keine weißen Brötchen), wie soll Ich dann die Gesetze anderer befolgen? Selbst wenn Ich es mir vornehme, die Gesetze zu befolgen, da Ich Angst vor Strafe habe, gelingt es mir nur selten. Auf das Problem der Vielzahl an Gesetzen, die Ich mißachte, weil Ich sie gar nicht kenne, will Ich hier nicht eingehen.
Ein Gesetz macht also nur dann Sinn, wenn Ich es mir zu eigen mache. Oder noch einfacher formuliert: Ich befolge nur eigene Gesetze. Vielleicht ist diese Einstellung bei mir durch meinen starken Drang nach Freiheit besonders ausgeprägt, aber Ich vermute, daß viele Leser etwas von dieser Einstellung bei sich selbst wiederfinden. Wenn Ich dies erkannt habe, ist mir klar, daß jedes zusätzliche Gesetz vom Bundestag nur schadet, aber eher nicht befolgt wird. Warum die Abgeordneten trotzdem wie am Fließband Gesetze beschließen, werde Ich in einem anderen Aufsatz durchdenken.
Bei allem Vorgenannten bleibt also nur eine Konsequenz, um mehr Gesetzestreue zu erreichen: Jeder muß sich seine eigenen Gesetze geben. Dies ist allein aus der Erkenntnis notwendig, da sie sonst weniger oder gar nicht befolgt werden. Gut, aber wo finde Ich jetzt meine Gesetze?
In den offiziellen Gesetzbüchern stehen Tausende. Die kann/will Ich mir aber gar nicht alle merken. Bleiben die Gesetze der Kirche oder anderer Religionen. Hier reduziert sich zwar die Menge auf 10 bei den Christen oder fünf bei den Buddhisten, aber hier habe Ich auch nur Anregungen, wobei auch das Auswendiglernen sich bei mir nicht als hilfreich herausgestellt hat. Was Ich auswendig lerne, habe Ich zwar als Worte gespeichert, aber welchen Sinn sie haben, Ich ihnen gebe, ist damit noch nicht gesagt. Wie im vorigen Satz schon angedeutet: Sinn kann Worten nur das Ich, der Hörer oder Benutzer geben. Auch diesen Aspekt habe Ich in anderen Aufsätzen bereits beleuchtet. Hier geht es mir nur um eines, wo bekomme Ich meine Gesetze her?
Um so viel wie möglich zur Auswahl zu haben, habe Ich alle, die mir sinnvoll erschienen, zusammengetragen. Zuerst waren es einige Dutzend. Um so mehr Ich mich aber damit beschäftigte, um so deutlicher wurde mir die Schwierigkeit vor Augen geführt, daß jede Situation einzigartig ist. Kein Ereignis wiederholt sich genau wie ein früheres. Alles ist in stetem Wandel, was man landläufig auch „Leben“ nennt. Deshalb müssen meine Gesetze so allgemein wie möglich gehalten werden, so daß Ich sie auch auf jede Situation anwenden kann. So blieb am Ende nur ein einziges Gesetz übrig, daß Ich mir gab und nach dem Ich seit einigen Jahren erfolgreich mein Verhalten ausrichte:
„Achte das andere Ich und sein Eigentum.“
Es kommt nicht nur meiner Faulheit und meiner Vergeßlichkeit entgegen, es genügt mir völlig. Kein anderes Gesetz habe Ich jemals so häufig und konsequent befolgt. Trotzdem richte Ich noch ausreichend Schaden an, was aber bei einem Praktiker und Tatmensch sicher nicht verwundert.
Um es noch einmal deutlich zu wiederholen: Ich muß mir mein(e) Gesetz(e) geben, damit Ich es/sie so häufig wie möglich befolge. Der Schaden, den Gesetze auf das angeborene Rechtsempfinden ausrichten, die nicht eingehalten werden, ist verheerend, gerade bei Jugendlichen.
Notwehr -
Maßnahme gegen Zwangstauscher
Die Welt ist gut, so wie sie ist. Nichts gibt es an ihr zu verbessern. Nur meine Person hat Mängel, die mich stören. Diese Mängel will Ich versuchen zu reduzieren. Alles vermeintlich Schlechte und Böse ist notwendig, damit das leidende Individuum lernt – für sich allein und in seiner Welt – zwischen Gut und Schlecht zu unterscheiden.
Auch eine Demokratie, in der die Mehrheit Minderheiten bestiehlt und deren Freiheit einschränkt, ist dennoch jeder anderen bekannten Regierungsform vorzuziehen, da sie es ermöglicht, die Machthaber ohne Blutvergießen auszuwechseln. Die Nachteile der Demokratie wiegen ihre Vorteile nicht auf. Das sollte uns aber nicht davon abhalten, die Nachteile und Schwächen der Demokratie in ihrer Wirkung zu mindern oder sogar völlig abzustellen. Solange aber die vorgenannten Erkenntnisse nicht von 5 bis 10% der Wahlberechtigten erkannt werden, wird sich nichts ändern. Solange nicht mindestens 5% der Wähler die Defizite der Demokratie erkennen, ist das Leiden noch nicht groß genug. Oder anders formuliert: Solange die Freitauscher unter dem Diebstahl der Zwangstauscher nicht genug leiden, wird sich nichts ändern.
Das stimmt natürlich nur allgemein. Ich als Individuum kann natürlich sehr viel tun, um mich gegen den Diebstahl der Zwangstauscher zu wehren oder ihnen den Diebstahl zumindest zu erschweren und ihn damit ein wenig einzuschränken. Dafür muss Ich natürlich Opfer bringen. Solange Ich als Freitauscher fleißig arbeite und diese sozial wertvolle Tat unter Beachtung der 3.000 bis 4.000 Gesetzte beibehalten will, habe Ich nur wenig Möglichkeiten (Schlupflöcher etc.), mich gegen den Diebstahl durch die Zwangstauscher zu wehren. Wenn Ich nicht kreativer und mutiger werde, habe Ich es nicht anders verdient, dass mir durchschnittlich zwei Drittel meiner Leistungen gestohlen und umverteilt werden. Für diejenigen, die nicht mehr bereit sind, diesem Unrecht tatenlos zuzusehen, habe Ich jetzt ein paar Tips für ihre Notwehr parat.
Grundsätzlich gilt: Wo nichts ist, kann nichts gestohlen werden. Dies beziehe Ich nur auf materielles Eigentum. Auch kann uns hier eine Erkenntnis von Marx weiterhelfen, wenn auch die einzig Brauchbare, die Ich von ihm gelesen habe: „Besitz macht unfrei.“ Da diese konsequente Strategie nur wenige mutige und bedürfnislose Iche anwenden wollen, hier weitere Tipps: nur noch am wirklich freien Markt (Schwarzmarkt) als Freitauscher auftreten. Schwarz arbeiten wo nur möglich. Schwarzarbeit ist das sozialste Verhalten überhaupt, da sich zwei Freitauscher bei möglichst geringem Diebstahl durch Dritte helfen, gegenseitig ihre Bedürfnisse besser zu befriedigen. Die Steigerung der individuellen Bedürfnisbefriedigung ist oberstes Ziel aller menschlichen Handlungen.
Noch wertvoller sind natürlich die Freitauscher, die über die Sozialhilfe und sonstige Subventionen das gestohlene Geld absaugen. Um so mehr abgesaugt wird, um so mehr müssen die Politiker stehlen, um sich weitere Wählerstimmen zu kaufen. Um so mehr Diebstahl stattfindet, um so mehr Freitauscher werden dies erkennen und sich zur Wehr setzen. Individuelle Notwehr, Guerilla-Notwehr, erscheint mir am effizientesten. Jeder, der also etwas für unsere Freiheit und unseren Wohlstand, für den Schutz unseres Eigentums tun will, verhindert den Diebstahl an sich selbst so gut wie möglich und unternimmt alles, um so viel wie möglich von dem ihm bereits gestohlenen Geld zurückzuholen. Das beste ist, als Sozialhilfeempfänger schwarz zu arbeiten und natürlich nebenbei alle Freunde und Bekannten aufzuklären. Eine weitere Möglichkeit ist es, bei Wahlen den zu wählen, der am wenigsten stiehlt. Dies gilt in Bezug auf Materie und individuelle Freiheit. Beides ist mein Eigentum und wird mir von Politikern mal mehr, mal weniger gegen meinen Willen gestohlen.
Also fasse Ich noch einmal zusammen:
1. Jeden Diebstahl an Deiner Leistung und Deinem Eigentum verhindern, so gut wie es Dir möglich ist.
2. Soviel wie möglich gestohlenes Geld beim Staat absaugen oder zurückholen.
3. Bei Wahlen den Politiker wählen, der am wenigsten stiehlt, d. h. den, der im Wahlprogramm am wenigsten Diebstahl ankündigt. Leicht zu erkennen sind Diebe am Umfang der finanziellen Wohltaten, die sie an ihre Wähler verteilen wollen.
4. Kontakte mit Zwangstauschern möglichst vermeiden, weil dies Deine Sicherheit erhöht. Wozu brauchst Du Schwächlinge, die andere Menschen bestehlen müssen? Du solltest aber nicht übersehen, dass jeder Zwangstauscher eine Menge Geld vom Staat absaugt und somit dann unseren Zielen dient, wenn er nicht arbeitet, wenn er zum Beispiel ein fauler Finanzbeamter ist, der es vermeidet, Freitauscher zu bestehlen.
5. Diese Erkenntnis mit anderen Freitauschern diskutieren, um weitere Maßnahmen der Notwehr herauszufinden. Brauchst Du einen Zwangstauscher nicht als Denunzianten fürchten, ist auch er ein Gesprächspartner.
Aber grundsätzlich ist das einzige notwendige Gesetz einzuhalten:
Achte das Ich und sein Eigentum!
Das heißt absolute Gewaltfreiheit gegen Menschen und ihr Eigentum. Gewaltfreiheit, wie Gandhi sie propagiert hat, ist auch unser richtiger Weg. Die Zwangstauscher brauchen Gewalt, indem sie die Gesetze vorschieben, um ihren Diebstahl an Freiheit und Eigentum der Freitauscher zu verschleiern. Ich habe keine Gewalt nötig, außer, wenn mein Körper mit Schaden bedroht wird. Dieses Notwehrrecht gilt für mich auch indirekt, wenn der Tod oder schwere körperliche Schäden einem anderen Menschen unmittelbar zugefügt werden sollen. Wann dieser Umstand eingetreten ist, muss jeder selbst für sich entscheiden. Nur Deine Meinung zählt. Ich selbst befolge noch nicht alle Tips, da Ich bisher keine Sozialhilfe in Anspruch nehme, obwohl meine Gemeinde mich um weit über 250.000,- Euro Gewerbesteuer bestohlen hat. Noch ist es mir irgendwie peinlich, solange Ich von meinen Reisekosten leben kann. Meine Leistungen verschenke Ich übrigens, was den Diebstahl durch die Zwangstauscher erheblich erschwert. Eine von mir sehr bewunderte Bekannte verzichtet auf die Nutzung des Tauschmittels Geld, indem sie ihre Leistung nur direkt tauscht. Dies fördert zudem das bewusste Konsumieren, da bei einem höheren Aufwand die folgende Frage geprüft wird: Brauche Ich das wirklich? Diese gesteigerte Bewusstheit lässt sie ihr Leben ohne Geld fortführen, obwohl sie es vor sieben Jahren nur als einjähriges Experiment geplant hat. Die von ihr unterstützten Tauschringe (400 in Deutschland) helfen ebenfalls, den Diebstahl durch die Zwangstauscher zu verringern.
Ihr seht, es gibt viele Möglichkeiten, sich gegen den Diebstahl durch die Zwangstauscher gewaltfrei zur Wehr zu setzen. Für jeden Tipp bin Ich dankbar. Lasst es uns tun!
Bis dann
Ich
Schenken ist eine wunderbare Eigentumsnutzung
Schenken hat eine lange Tradition in meiner Welt und in meinem Leben. Ohne die Lust am Schenken würde es mich gar nicht geben. Wobei Ich hier nur schlicht Danke sagen kann für das Geschenk, das meine Eltern mir gemacht haben. Sie haben mir mein Leben geschenkt oder greifbarer ausgedrückt, meinen Körper inklusive meines Gehirns. Dies haben sie 1956 wie Ich vermute noch auf die herkömmliche, Jahrmillionen alte Lust spendende Art getan.
Was war die wichtigste Voraussetzung, damit sie mir dieses tolle Geschenk machen konnten? Richtig, sie mussten rechtmäßiger Eigentümer ihres Körpers sein. Dies ist überaus wichtig. Nur als Eigentümerin ihres Körpers war meine liebe Mutter (die größte Schenkerin, die Ich kenne) auch Eigentümerin des Eis in ihrem Körper. Unser Körper ist unser allererstes Eigentum, geschenkt von unseren Eltern, in erster Linie von unserer Mutter. Die Mutter ist sozusagen die Ur-Schenkerin. Das Geschenk, welches sie mir gottlob machte, war aber ohne die Zusammenarbeit mit meinem Vater – auch ihm ein schlichtes Danke – 1956 noch nicht möglich. Die Samenbank und die künstliche Befruchtung waren noch nicht erfunden. Sie mussten also noch das uralte Tauschritual zelebrieren. Nebenbei erwähnt, eine absolut egoistische und natürlich wie immer bei bewusstem Egoismus auch Lust spendende Angelegenheit. Die aktuelle Wissenschaft bestätigt, dass diese Lust von den Genen geschenkt wird, um die ganze Schenkerei, aus der mein Leben schließlich bestehen sollte, anzuschieben. Aber hier muss Ich genauer werden. Wie alles Wissen ist dies natürlich auch nur vorläufiges Wissen, Ich kann gar nicht oft genug darauf hinweisen. Die Gene schenken völlig egoistisch Möglichkeiten, die Ich nutzen kann, aber natürlich nicht muss. Ob Ich die durch die Evolution in den Genen gespeicherten Möglichkeiten nutze oder auch nicht, liegt allein bei mir. Voraussetzung ist natürlich, dass mein wahres Ich angefangen hat, eine achtsame Selbstherrschaft über meinen Körper anzustreben.
Zurück zum konkreten (materiellen, tatsächlichen) Beispiel. Das sicher älteste Tauschritual mit gravierenden Folgen für diesen Text. Ohne diesen 1956 tatsächlich vollzogenen Tausch könnte Ich Ihnen diese Zeilen nicht schenken. Aber dieser mich schöpfende Tausch zwischen meiner Mutter und meinem Vater ist auch ein gutes Beispiel für alle weiteren Tauschvorgänge in meinem Leben. Ich spreche natürlich hier nur vom Freitausch. Autonome Individuen tauschen aus egoistischen Gründen am freien Markt. Tauschpartner, hier meine Mutter und mein Vater, befriedigen ihr eigenes Bedürfnis als Freitauscher. Natürlich lustvoll, denn der Tausch zwischen zwei Menschen und Eigentümern hilft dem Einzelnen, seine Bedürfnisse besser zu befriedigen. Achtsamkeit ist beim egoistischen Tausch besonders wichtig, damit Ich nicht das Leben oder weiteres Eigentum meines Tauschpartners oder irgendeines anderen Menschen verletze. Ich bin aus rein egoistischen Gründen achtsam, da Ich glaube, dass Ich alles zurück erhalte, was Ich meiner Welt Gutes tue, und zwar immer mit Gewinn. Jede Tat erhalte Ich mit Gewinn vergütet, meistens jedoch nicht zur gleichen Zeit und nicht von den gleichen Menschen. Jedem Leser, dem dieser Text zu schlicht, zu einfach und zu naiv ist, sollte ihn verschenken. Da er meine schlichten Erkenntnisse als geistige Anregung nicht braucht, sollte er besser gleich intensiv und achtsam schenken. Nur die Tat ermöglicht den wahren Genuss, erst die Tat macht Dich zum selbstbewussten Genießer. Ich schweife wieder ab. Zurück zum 56er Tausch meiner Eltern: Der Tausch schafft nur Möglichkeiten, das Individuum allein aber entscheidet, ob dieser Tausch ihm hilft, seine Bedürfnisse besser zu befriedigen. Ich allein bin für die Qualität meiner Tauschergebnisse verantwortlich, kurz, Ich bin der Schöpfer meiner Welt. Ich (Person) bin der Tauscher vor dem Herrn (wahres Ich). Ich hoffe also für meine Eltern, dass sie nach dem Tausch beide ihre Bedürfnisse besser befriedigt haben.
Hier ist ein wichtiger Punkt zu beachten. Nicht der eine Tauscher befriedigt dem anderen Tauscher direkt sein Bedürfnis, sondern er gibt ihm nur die Mittel dafür. Die tatsächliche Befriedigung ist immer eine Selbstbefriedigung. Dies kann nicht anders sein, weil nur Ich allein bestimme, welche Bedürfnisse Ich mit welchen Mitteln befriedige. Der Tauschpartner stellt immer nur die Mittel zur Verfügung, oder genauer, der Tauschpartner hilft mir bei der Beschaffung der von mir gewünschten Mittel. Ob Ich sie dann erfolgreich zu meiner Befriedigung einsetze, liegt nur bei mir allein.
Ein praktisches Beispiel sagt mehr als tausend Worte. Wenn Ich beim Sex nicht befriedigt werde, liegt es nicht an meinem Sex(Tausch)partner, sondern immer und allein an mir selbst. Die Ausrede „meine Frau kann mich nicht mehr befriedigen“ kann Ich also gleich vergessen. Nur Ich kann meine Person befriedigen oder Ich habe keine Befriedigung. Nicht umsonst steckt in dem Wort Be-fried(e)-igung das Wort Friede. Nur wer seine Bedürfnisse als achtsamer Tauschpartner befriedigt, schenkt sich und den anderen Frieden. Aber das ist ein Thema für einen anderen Aufsatz.
Zurück zum 56er Tausch. Dass meine Eltern durch den Tausch von Körperflüssigkeiten sich gegenseitig bei der (Selbst)befriedigung geholfen haben, ist schon eine phantastische Geschichte. Aber diese Geschichte von Lust und Glück durch Befriedigung ist noch lange nicht zu Ende. Dies in einem doppelten Sinn. Für meine Eltern nicht, da sie verantwortungsvolle Menschen sind. Denn jetzt oder etwa neun Monate später komme Ich ins Spiel, oder genauer, am 26.01.1957 werde Ich geboren, ein neues Universum, meine Welt, ist entstanden. Hierbei ist besonders zu beachten: Wenn zwei Freitauscher sich gegenseitig helfen, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, ist dies immer auch für alle anderen Menschen zum Vorteil, weil neue Möglichkeiten für alle geschaffen werden.
Für einen im Sozialismus erzogenen Menschen wie mich mussten immerhin 47 Jahre vergehen, bis mir dieses Beispiel offensichtlich wurde. Es ist wirklich nicht leicht zu begreifen, dass zwei Egoisten durch den Freitausch immer auch zusätzliche Möglichkeiten für alle anderen Menschen schaffen. Dieser Tatsache bin Ich mir im vorliegenden Fall ganz sicher, da Ich oder genauer meine Person das Ergebnis ihrer egoistischen, löblichen und tollen (für mich) Tat war. Meine Eltern hatten die kleine Person Alfred, so nannten sie mich später, geschaffen und mir damit meine Welt geschenkt. A star was born: Die Möglichkeit, ein Star in meiner Welt, also ein Star nur für mich zu sein, damals geschaffen wurde. Ich allein bin verantwortlich dafür, ob Ich diese und die Milliarden anderer Möglichkeiten, die mir durch meine Eltern geschenkt wurden, zu meinem Genuss nutze. Viele dieser Möglichkeiten habe Ich entdeckt, oft zum Leidwesen meiner Eltern auch ausprobiert.
Es ist so spannend, meine Welt zu erforschen und Herr meiner Person zu werden, dass Ich heute meine wertvolle Zeit mit keiner anderen Tätigkeit mehr verschwende. Längst vergessen sind die Versuche, als Freitauscher Millionen zu verdienen, die Ich nicht brauchte. Meinen Freunden noch mal vielen Dank. Ohne Eure Hilfe, Matze, Michael, Ralf, Heinz und wie Ihr alle heißt, hätte Ich niemals so schnell gelernt. Bei meinem dicken Fell (105 kg auf 168 cm) war der Schmerz, den Ihr mir geschenkt habt, unumgängliche Voraussetzung für mein Lernen. Erst durch Euch habe Ich erkannt, daß Ich allein Herr (Gott) meiner Welt sein kann, wenn Ich meine Möglichkeiten nutze. Ich vermute, daß Ich nur einen ganz kleinen Teil meiner Möglichkeiten bisher erst (in mir) entdeckt habe. Es ist meine große Herausforderung, weitere Möglichkeiten in mir zu entdecken, zu erforschen und zu meinem Genuss zu nutzen. Ich danke meinen Eltern für diese Chancen. Auch Du (Leser) solltest meinen Eltern danken, denn ohne sie hättest Du diesen Text nicht als eine Möglichkeit zur Verfügung, Dein Denken anzuregen. Was Du daraus machst, liegt nur bei Dir. Du hast alle Möglichkeiten. Bis bald. Es ist einfach geil, zu schenken.
Ordnung durch Selbstherrschaft
„Stelle Dir vor, jeder macht, was er will, und alle machen mit“
Für meinen Vater war Anarchie noch gleichbedeutend mit Chaos, mit Regierungslosigkeit. Dass es genug an Regierung gibt, wenn jeder sich selbst regiert, konnte er sich nicht vorstellen. Auch er (geb. 1916) war in seiner Jugend begeistert von den Ideen und Taten Adolf Hitlers. Für ihn hatten sie etwas ausgesprochen Positives. Als Deutscher in Polen lebend konnte er zum ersten Mal zeigen, welcher Rasse er sich zugehörig fühlte, nämlich der Herrenrasse. Für mich wäre dies kein Problem, wollte die Herrenrasse nur sich selbst herrschen. Aber das reichte der Herrenrasse nicht, oder besser, das war nicht das Ziel der Herrenrasse. Die Herrenrasse wollte über andere Menschen herrschen, nur nicht über sich selbst. Die Herrschaft über sich selbst hat sie an Hitler abgetreten, damit dieser Schwächling ihr helfen sollte, über viele andere Menschen zu herrschen. Dieses Phänomen ist aus psychologischer Sicht ausgesprochen interessant. Aus Mangel an Herrschaft über sich selbst strebt man danach, über andere zu herrschen.
Aber welcher Dummkopf tritt die Herrschaft über sich selbst ab an jemanden, der keine Selbstbeherrschung hat? Wie soll mich jemand sinnvoll beherrschen können, der nicht einmal über sich selbst herrschen kann? Soll Ich mir wirklich durch das vage Versprechen, mir Macht über andere zu verschaffen, meine Macht über mich selbst abschwatzen lassen? Kann ein Mann wie Hitler, der Hass auf alles schürt, was nicht Deutsch, nicht Herrenrasse ist, wirklich Macht über sich selbst haben? Seine Anhänger sind durchweg genauso Schwächlinge wie er selbst, meistens belastet mit einem offensichtlichen Handycap, welches sie durch Macht über andere Menschen kompensieren wollen. Göbbels ist hier ein besonders herausragendes Beispiel. Von kleiner, schwächlicher Gestalt, sein Hinken verbergen wollend, fühlte er sich von der Natur benachteiligt. Mit markigen Sprüchen gegen Juden und alles Anders- und Fremdartige überspielte er seine eigenen Schwächen. Diese Minderwertigkeitskomplexe wollte er durch Macht über andere Menschen verdrängen. Die selbsternannte Herrenrasse, Hitlers Nazi-Volk, war alles andere als eine Herrenrasse, denn Herren sind Meister der Selbstbeherrschung, Herren ihrer selbst. Sie sind Herren ihrer selbst, weil sie sich selbst genügen, frei sind von anderen Menschen. Frei davon, andere zu unterdrücken und auszurauben. Ein Herr ist durch und durch Freitauscher, weil er Zwang gegen andere Menschen nicht nötig hat. Was er braucht, um seine sorgfältig ausgesuchten Bedürfnisse zu befriedigen, hat er aus eigener Leistung geschaffen oder am freien Markt als Freitauscher erworben. Ein wahrer Herr verzichtet nicht auf Macht über andere Menschen, weil er etwa zu schwach dazu ist, andere zu bezwingen, sondern vielmehr weil er stark ist, weil er es einfach nicht nötig hat, andere zu beherrschen. Weil er stark ist, braucht er keine Macht über andere Menschen, ob mit oder ohne deren Zustimmung.
Der Starke ist Herr seiner eigenen, einzigartigen Welt, weil er niemand außer sich selbst wirklich braucht. Er ist selbst genügsam, bescheiden, braucht sich nicht über andere zu erheben, da er sich seiner Einzigartigkeit bewusst ist, da er authentisch lebt. Er herrscht über sich selbst, so gut er kann. Täglich arbeitet er daran, seine Selbstbeherrschung zu verbessern, in dem er bewusst seinen Geist und seinen Körper beobachtet. Selbstkritisch registriert er alles, was von seinen Genen und seiner Vergangenheit und Umwelt beeinflusst wird, obwohl es seinem Willen widerspricht. Jeder Rückschritt wird zum Erfolg, indem er lernt, sein falsches Verhalten durch ein besseres neues Verhalten zu ersetzen. Er ist nur sich selbst Rechenschaft schuldig, jeder ist sein einziger alleiniger Richter. Nur vor meinem wahren Ich, vor meinem Gewissen mus Ich bestehen, vor nichts und niemandem sonst. Ich allein bin Herr meiner Person und meiner Welt. Ich bin frei, weil Ich mich selbst beherrsche und mir allein genüge.
Die Altruismus-Lüge
Wenn Gutes-Tun mir jetzt sofort Spaß macht, schon hier auf der Erde, brauche Ich dafür keine Belohnung mehr im Himmel. Ich tue es aus rein egoistischen Gründen, aber nur so lange wie ich will und gegenüber dem Menschen, dem ich Gutes tun will. Dieses Konzept, ohne Lüge und Selbstbelügung zu leben und Gutes zu tun, hat einen gravierenden Schönheitsfehler für alle Zwangstauscher. Der Zwangstauscher verliert so einen wichtigen Vorwand, um mich zu bestehlen. Denn der Zwangstauscher muss mir unbedingt einreden, dass ich schlecht bin, sogar von Geburt an (Erbsünde), da er sonst keinen Grund hat, mich im Namen irgendeines Herrn oder irgendeiner Idee zu bestehlen.
Seit 2000 Jahren versucht uns die römisch katholische Kirche auf penetrante Art, die evangelische Kirche etwas indirekter, die Altruismus-Lüge einzureden. Die Altruismus-Lüge aufrechtzuerhalten war auch der Hauptgrund, um Luther mit allen Mitteln zu bekämpfen. Wenn jeder Christ direkt in Kontakt treten kann mit seinem Gott, ist die Vermittlung durch die Kirche, vertreten durch den Papst in Rom und seine ganze Organisation, nämlich überflüssig. Überflüssig zu sein und es mit unabhänigen Selbstdenkern und Freitauschern zu tun zu haben, ist aber der große Alptraum aller Zwangstauscher. Zwangstauscher würden es als eigene Schwäche, als Ohnmacht empfinden, nicht ohne andere Menschen leben zu können. Ohne den Freitauscher, den er bestehlen kann, ist jeder Zwangstauscher entweder zum Tode verurteilt oder er muss sich dazu aufraffen, sich als Freitauscher dem Wettbewerb aller anderen Freitauscher zu stellen.
Welche weiteren ausgefallenen Lügen sich die Zwangstauscher innerhalb von 2000 Jahren haben einfallen lassen, erstaunt mich, um so länger Ich darüber nachdenke. Vor ca. 2500 Jahren im alten Griechenland oder genauer im Stadtstaat Athen war alles noch einfacher. Es gab nur Aristokraten, Volk und Sklaven. Da dies von den Göttern so vorbestimmt und erblich war, gab es wenig Probleme einer Begründung. Wollte aber einer partout nicht an diese Aufteilung glauben – besonders die Sklaven taten sich vermutlich manchmal schwer damit –waren Aristokraten und das Volk immer noch in der Mehrzahl, um ihre Vorstellungen mit Zwang durchzusetzen.
In unterschiedlichen Varianten funktionierte diese Ausbeutung einer Minderheit zu allen Zeiten und in allen Ländern der Erde. Nicht umsonst ist der Zwang, als Methode der Umverteilung, trotz lahrtausendlanger Übung durch die Herrschenden, auch heute nicht unumstritten. Immer noch gibt es Stimmen, die frech behaupten, daß es auch ohne Zwang und Diebstahl durch die Zwangstauscher eine Form des glücklichen Zusammenlebens von Menschen geben kann: Die Welt der Freien nämlich, die nur nach ihrem einzigen, sich selbst gegebenen Gesetz „Achte den anderen Menschen und sein Eigentum“ leben oder welche die noch allgemeinere Maxime „Achte das Ich und sein Eigentum“ befolgen.
Mehr Gesetze sind grundsätzlich für ein friedliches Zusammenleben von Menschen nicht nötig. Natürlich wird es immer wieder Meinungsverschiedenheiten darüber geben, wer rechtmäßiger Eigentümer von diesem oder jenem Produkt ist. Ganz können wir auf Gerichte und ihre Urteile nicht verzichten. Des weiteren brauchen wir eine Schutztruppe, die das eine Gesetz durchsetzt und eine Instanz, die diese beiden Institutionen überwacht.
Zum Schluss will Ich auf den Preis eingehen, der für jede Lüge, so auch für die Altruismus-Lüge, zu bezahlen ist. Der Preis der Altruismus-Lüge besteht im wesentlichen darin, daß Ich mir selbst etwas vormache, indem Ich mir einrede, Ich hätte einen Anspruch auf Gegenleistung. Solange Ich diese Gegenleistung nur im Jenseits erwarte, kann Ich nicht enttäuscht werden. Aber sehr schnell rede Ich mir ein, Ich habe ein Recht auf eine Gegenleistung, da Ich meine gute Tat aus altruistischen begangen habe. An anderer Stelle habe Ich bereits beschrieben, warum Erwartungen so gefährlich sind. Hier nur kurz, ohne umfangreiche Begründung: Erwartungen sind gefährlich, da sie Voraussetzungen für Enttäuschung sind, oder aber wertvoll, wenn Ich mich vorsätzlich von meiner Täuschung befreien will.
Ein weiterer allgemeiner Nachteil der Lüge ist, dass Ich sie automatisch allen anderen Menschen in meiner Umgebung unterstelle. Welch eine Scheiß-Welt Ich mir damit schaffe, braucht wohl nicht weiter erörtert zu werden. Noch schlimmer kommt es, wenn Ich es schaffte, die Lüge zu verdrängen. Jetzt treibt sie ihr unheilvolles Unwesen in meinem Unterbewusstsein, womit Ich mir erst recht einen Bärendienst erwiesen habe. Konflikte, und dazu gehört auch die Altruismus-Lüge, versuchen, penetrant in mein Bewusstsein aufzusteigen. Gelingt ihnen dies nicht, weil Ich so ein erfolgreicher Verdränger bin, führt dies zuerst zu einem Hintergrundunwohlsein, was kaum merklich meinen ganzen Tag mehr oder weniger belastet. Dies wird mir nur selten bewusst, da Ich von morgens bis abends versuche, mir mit materieller Bedürfnisbefriedigung Genuss und Zufriedenheit vorzugaukeln. Wie bei jeder Droge muss die Dosis laufend erhöht werden, um das gleiche Ergebnis zu erzielen. Bei dauerhafter erfolgreicher Verdrängung kann der Konflikt als so belastend von meinem Unterbewusstsein empfunden werden, dass es das letzte und härteste Mittel benutzt, um mich auf mein selbstschädigendes Verhalten hinzuweisen: Mein Körpfer schenkt mir eine Krankheit. Zur Auswahl steht ihm die ganze Palette, vom Unwohlsein bis zu Krebs, zur Verfügung. Hauptsächlich in den Bereichen Magen und Darm. Da wir heute durch die Wissenschaften wissen, daß eine Vielzahl von Neuronen auch im Bauchbereich vorhanden sind, denken wir sprichwörtlich mit dem Bauch, nicht nur mit dem Gehirn im Kopf. Weitere Neuronen sind im Rückenmark und im Herzbereich entdeckt worden. Unsere intuitive Vermutung, wir entschieden aus dem Bauch heraus oder würden mit dem Herzen denken, ist also eine gar nicht so falsche Formulierung. Auf jeden Fall werde Ich in Zukunft auf die Lüge, aber insbesondere auf die Altruismus-Lüge verzichten. Da ein lange praktiziertes Verhalten nicht von heute auf morgen durch ein Besseres ersetzt werden kann, bleibt mir auch hier noch eine schöne Herausforderung. Mit viel Übung und Bewusstheit werde Ich auch dieser Herausforderung praktisch zu Leibe rücken.
Gedanken über Vergebung
Vergebung ist ein Begriff aus dem Christentum, der in der Beichte zelebriert wird. Stellvertretend für Gott beichte ich dem Pfarrer meine Vergehen. Der Pfarrer gibt mir eine Strafe in Form von Gebeten oder ähnlichen Ritualen. Danach erhalte ich vom Pfarrer im Namen Gottes die „Vergebung“ meiner Sünden.
Durch die Beichte sind meine Sünden einfach erledigt, für immer von mir genommen. Das ist sehr praktisch. Ich kann sündigen nach Lust und Laune und schwupp, sind sie vergeben. Viele Christen nutzen diesen einfachen Weg, um die Verantwortung für ihre Taten abzulegen. Damit machen sie sich natürlich etwas vor, denn sie laufen vor ihrem Gewissen davon. Im Mittelalter war es sogar möglich, sich Vergebung zu kaufen, indem man Ablaßscheine (Vergebungsscheine) kaufen konnte. Heute braucht die Kirche dieses offensichtliche Abstauben nicht mehr. Viel subtiler läßt sie heute die Kirchensteuer direkt vom Staat einziehen. Ein eindeutiger Bruch des Grundgesetzes, aber das ist ein anderes Thema.
Kommen wir zurück zur Vergebung. Auch bei größter Achtsamkeit werde Ich nicht verhindern können, daß Ich bewußt oder unbewußt einem anderen Menschen, seinem Eigentum oder der Natur schade. Wie kann Ich mit dieser Schuld sinnvoll für mich und die Geschädigten umgehen. Wie immer stehe Ich im Vordergrund, da Ich nur bei mir elbst etwas bewirken kann. Der erste Schritt besteht darin zu erkennen, daß Ich Schaden verursacht habe. Ist diese Erkenntnis für mich klar, wende Ich die Angelegenheit, um sie in Ruhe von allen Seiten zu betrachten. Da der Schaden schon eingetreten ist, läuft mir nichts mehr weg. Ruhe und Gelassenheit sind die beste Basis für Erkenntnis und richtige Entscheidungen. Als erstes kann/will Ich aus diesem Erlebnis lernen, damit Ich diesen Fehler nicht wiederhole. Lernen ist auch hier der größte Genuß für mich. Als nächstes überlege Ich, ob Ich den Schaden an meiner Person und meinem sonstigen Eigentum wieder gut machen kann. Ist dies möglich, tue Ich es. Ist dies nicht oder nicht sofort möglich, kann Ich jetzt nichts weiter tun als mir „vergeben“. Sie haben richtig gelesen, Ich vergebe mir meine Schuld, denn Ich habe alles getan, was in meiner Macht liegt. Und das Ich in meiner Welt der Einzige bin, der die Macht zum Urteil, Lernen und Schadensersatz hat, brauche Ich wohl nicht weiter betonen. Ich allein bin Herr meiner Welt.
Dies gilt natürlich auch, wenn Ich einem anderen Menschen einen Schaden, an seiner Person oder seinem sonstigen Eigentum, zugefügt habe. Zuerst entschuldige Ich mich bei dem Geschädigten und versuche, den Schaden, den Ich an seinem materiellen Eigentum verursachte, finanziell auszugleichen. Wenn Ich kann, die ganze Summe auf einmal. Wenn nicht, in Raten. Es ist zwar tröstlich, wenn der andere Mensch mir vergibt, wichtig ist es jedoch nicht, da er sich selbst diesen Gefallen tut. Ich kann nicht verhindern, wenn er so dumm ist, mir nicht zu vergeben oder sogar Haß aufbaut, der ihm nur selbst schadet. Aus diesem Grund vergebe Ich auch jedem anderen Menschen seine Tat, egal, ob er sich entschuldigt oder nicht, damit sich in mir kein Haß aufbaut. Nur Ich allein kann mir vergeben, mich befreien von meiner Schuld. Ich bin auch hier der alleinige Gott in meiner Welt.
Um den Fehler kein zweites Mal zu begehen (was mir nicht immer gelingt), werde Ich noch achtsamer mein Gesetz befolgen: Achte das Ich und sein Eigentum.
« Und niemand anders als ich selbst kann erfassen und bestimmen, was ich brauche. »
Alfred Reimann
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Von der Musikproduktion (Matthias Reim und die polnische Band Ich Troje) bis zum Flugzeugbau, von Ost-Immobilien bis zur Computer-ladenkette: Es gibt kaum einen Geschäftsbereich, den der Unternehmer und Multimillionör a.D. Alfred Reimann ausgelassen hat.
Den kostenlosen Download der Ich-Songs findet Ihr oben unter Musik.

Größe: 87 MB
Typ: WinRar verpacktes Mp3-Archiv
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