Jeder stellt mehr von einer Ware her als er selbst davon verbraucht, um sie zum eigenen Vorteil mit anderen zu tauschen. Der Einfachheit halber tauschen wir meistens gegen Geld, also gegen ein allgemeines Tauschmittel. Das Geld können wir konsumieren oder aufbewahren (sparen). Durch Sparen wird Geld zu Kapital. Kapital ist also die haltbar gemachte produktive Arbeit der Vergangenheit. Wir arbeiten und sparen auch, weil wir Verschenken wollen. Wenn wir das Verschenken und Vererben von Kapital und Vermögen (Arbeit der Vergangenheit) nicht erlauben, nehmen wir dem Individuum eine erhebliche Motivation zum Arbeiten weg. Wenn jemand also nur noch für seinen eigenen Konsum arbeitet (da er seine Arbeit nicht in Form von Kapital aufbewahren oder verschenken kann), geht der Allgemeinheit eine erhebliche Wohlstandsmehrung verloren. Grundsätzlich gilt: Wer für sich arbeitet, arbeitet automatisch auch für andere, ob er das will oder nicht. Akzeptabel für ein rechtschaffenes Individuum ist nur die Akzeptanz von freiwilliger Mitarbeit anderer Menschen oder der Arbeit seiner Vorfahren, die ihm in Form von Kapital vererbt wurde. Mit unserer jetzigen Arbeit verdienen wir Geld, welches wir durch Konsumverzicht zu Kapital machen, um uns und unsere Nachkommen in der Zukunft zu versorgen. Damit erweitern wir unsere Freiheit und Eigenbestimmung. Das Tragische aller Ideologien der Vergangenheit (Christentum, Islam, Kommunismus, Sozialismus und wie sie alle heißen) ist die fehlende Erkenntnis, dass Kapital im Grunde nichts als die nicht konsumierte Arbeit der Vergangenheit ist, dass der Zins der Lohn für in der Vergangenheit erbrachten Arbeit bzw. für den Verzicht des Lohns dieser Arbeit in der Gegenwart ist. Die Verteufelung des Zinses ist im wesentlichen aus Neid oder Unverständnis geboren. Wissen, Vermögen und Kapital sind die Geschenke unserer Eltern und aller unserer Vorfahren, welche diese durch Arbeit erschaffen haben. Kapital und Arbeit sind keine Gegner, sondern enge Verwandte. Wer Schulden macht, die er selbst durch zukünftig zu leistende Arbeit nicht zurückzahlt, vererbt diese Verpflichtung an seine Kinder. Schulden für Investitionen sind eine positive Sache, da hierdurch der Wohlstand langfristig gemehrt werden kann. Schulden für Konsum sind dagegen Gift für mein Glück. Da ich sie mit zukünftiger Arbeit zurückzahlen muss, mache ich mich freiwillig zum zukünftigen Sklaven. Ein Verbrechen an meinen Kindern ist es, Schulden für meinen heutigen Konsum zu machen, der durch zukünftige Arbeit meiner Kinder beglichen werden muss. Schulden für Konsum ist Diebstahl an der Zukunft, unabhängig davon ob ich mich selbst, meine eigenen Kinder oder die Kinder anderer bestehle. Es muss also erkannt werden, was eine Investition und was Konsum ist: Konsum ist immer Verbrauch. Investition kann Verbrauch sein, wenn es sich um eine Fehlinvestition handelt. Eine Fehlinvestition ist es, wenn ich ein angestrebtes materielles Ziel in der Zukunft nicht erreiche. Somit stelle ich für mich selbst folgende Grunderkenntnis auf. Konsum ist für mich und meine Umwelt negativ in dem Sinne, dass Wohlstand verbraucht statt geschaffen wird. Positiv am Konsum ist mein unmittelbarer Genuss. Ich muss also entscheiden, was mir wichtiger ist. Diese Entscheidung sollte ich auch keinem anderen überlassen, da es um meine eigene Freiheit geht.
Macht Besitz unfrei?Warum ist die Erkenntnis „Besitz macht unfrei“ von Marx richtig und falsch zugleich? Wie bei allen anderen Dingen, etwa bei der Dosis einer Medizin, entscheidet auch beim Besitz nur das Maß des einzelnen Menschen darüber, ob Besitz gut oder schlecht ist. Der Besitz, der Deinen individuellen Bedürfnissen entspricht, also das Notwendige, ist das Eigentum, das Dich frei macht. Es befreit Dich davon, andere Menschen zu bestehlen und ein Zwangstauscher zu sein und es befreit Dich zumindest davon, andere Menschen als Freitauscher zu benötigen. Eigentum ermöglicht Dir, für Dich und Deine Familie vorzusorgen.
Ohne Vorsorge durch Dich selbst bist Du immer auf andere angewiesen. Erst das geschützte Eigentum macht es sinnvoll, einen Teil des Lohns oder sonstige Einnahmen zu sparen. Nur wer seine notwendigen Bedürfnisse auch für morgen und übermorgen gedeckt hat, kann überhaupt von Freiheit sprechen. Freiheit von der Notwendigkeit, täglich einen Tauschpartner für meine Arbeitskraft zu finden oder als Zwangstauscher einen zu finden, den ich bestehlen kann. Ich bin stets abhängig von anderen Menschen. Diese Abhängigkeit wird natürlich von den Zwangstauschern (Staat, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden, Handwerkskammern, Kirchen, Staatsmonopolisten etc.) gefördert, da Abhängige, also Teilzeitsklaven, am besten manipuliert und bestohlen werden können. Immer wenden sie den gleichen Trick an. Unter Vortäuschung einer guten (sozialen) Sache schüren sie Neid und Missgunst unter den Freitauschern. Des weiteren vernebeln sie ihre wahren Absichten, indem sie ein Sachproblem, das meist nur ein Detailproblem ist, vorschieben, um alle Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Sobald alle nur noch über Einzelheiten nachdenken und diskutieren, sich also in der Komplexität von Detailfragen verfangen, sehen sie den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Zurück zu der Tatsache, dass jeder Mensch einige Dinge in seiner Welt richtig erkennt, andere wiederum nicht. Was in Deiner Welt davon zutrifft, kannst nur Du allein für Dich erkennen, da niemand so viel Informationen über Deine Person und Deine Bedürfnisse hat wie Du selbst zu jedem Zeitpunkt. Du kommst also nicht darum herum, selbst zu denken und Dir eine eigene Meinung zu bilden bei allem, was Dich betrifft. Ohne eine eigene, von Dir allein gebildete Meinung bist Du den Zwangstauschern hilflos ausgeliefert. Dies gilt natürlich auch, wenn Du Dir einreden lässt, dass ein anderer Mensch besser weiß, was gut für Dich ist. Um eine eigene Meinung zu bilden, sollten wir die großen Fallen in unserem Denken kennen. Auf Grund der Evolution neigen wir dazu, zu verallgemeinern bzw. Vorurteile zu bilden, ohne das tatsächlich Andere an jeder neuen Situation zu berücksichtigen. Grundsätzlich gilt, dass alles immer einzigartig ist, da es im dauernden Wandel begriffen ist. Es gibt keine zwei gleichen Blätter, wie es auch keine zwei gleichen Sandkörner und schon gar nicht zwei gleiche Menschen gibt. Selbst eineiige Zwillinge leben unter verschiedenen Einflüssen, auch wenn ihre Gene absolut gleich sind. Dies heißt nur, daß ihre Möglichkeiten bei der Geburt gleich sind, danach aber völlig unterschiedlich genutzt werden können. Da wir aber in jeder Sekunde unseres Lebens unendlich viele Entscheidungen treffen, uns also für oder gegen Möglichkeiten entscheiden, werden auch eineiige Zwillinge mit jedem Tag unterschiedlicher. Ich glaube, dass die meisten Menschen über eine Unmenge an Möglichkeiten verfügen, die sie nur zu einem ganz kleinen Teil kennen und nutzen. Hierbei ist zu beachten, daß jede Möglichkeit (Fähigkeit) die gleiche Menge an Vor- und Nachteilen in sich birgt. Es ist also an sich weder gut noch schlecht, wenn man groß ist. Gut ist dies, wenn man Basketballspieler werden will, schlecht indes, wenn man Jockey werden will. Es gibt also an sich weder Gutes noch Schlechtes in unserer Welt. Jeder von uns bestimmt allein darüber, welche Möglichkeit er gut oder schlecht beurteilt und entsprechend nutzt. Wobei wir in der Regel unsere Bewertung anhand unserer individuellen Bedürfnisse und den begrenzten Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung treffen. Aber Ich schweife schon wieder ab. Eigentlich wollte Ich darüber nachdenken, warum Ich dazu neige, dem anderen Menschen, der ein oder zwei Dinge richtig handhabt oder Sachverhältnisse richtig beschrieben hat, auch in anderen Dingen mehr Kompetenz zuzusprechen. Dieses Verhalten kommt meiner Faulheit und meinen verallgemeinernden Genen entgegen. Ich muss also ganz genau jede Behauptung eines anderen Menschen in Bezug auf mich, meine Person und meine Welt überprüfen. Immer wieder muss Ich mir eingestehen, daß Autoren in einzelnen Punkten Recht haben, auch wenn sich ihre Haupttheorien in der praktischen Anwendung als falsch herausgestellt haben. Je größer der Schaden ist, den eine Theorie in der Praxis angerichtet hat, um so weniger glaube Ich, beim gleichen Autor Erkenntnisse zu finden, die Ich in meiner Welt wiederfinde und nutzen kann. Dies gilt umgekehrt bei meinen Lieblingsautoren genauso. Es ist also immer sehr dumm, wenn Ich Ideen und Theorien komplett übernehme, ohne die Teile selbst überprüft zu haben. Dies gilt besonders für alle Religionen und Ideologien, da Ich diese nicht fortlaufend kritisch auf ihren aktuellen Nützlichkeitsfaktor überprüfe. Ich versuche also nur, an mich selbst zu glauben, an mein wahres Ich (Seele). Alles andere versuche Ich durch immer mehr Wissen und Ausprobieren zu erforschen. Erst das Funktionieren einer Theorie in der alltäglichen Praxis gibt ihr einen vorläufigen Platz in meinem Verhalten. Jede brauchbare Methode hat nur vorläufigen Charakter und kann jederzeit durch eine bessere ersetzt werden. Der selbstkritische Ansatz von Sokrates: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ ist auch mir die richtige Basis. Fehler, durch Nichterreichung meines Ziels auf dem zuerst angestrebten Weg, werden zu wertvollen Erfahrungen, die Ich auf der Suche nach anderen Wegen nutze. Die gemachten Erfahrungen auch auf andere Probleme und Zeiten anzuwenden macht ihren besonderen Wert für mich aus. Grundsätzlich gilt in meiner Welt: viele Überlegungen, viele Taten, viele Fehler, viele Erfahrungen führen zu vielen Überlegungen, weniger Taten, weniger, aber andere Fehler, weniger, aber andere Erfahrungen. Meine Neugierde und Offenheit gibt mir zwar spannende Erlebnisse, aber auch immer wieder Erfahrungen, wertvolle Erfahrung durch meine Fehler. Erst ein Fehler, aus dem Ich nichts lerne, ist ein wirklicher Fehler. Jeder Fehler, den Ich begehe, ist eine weitere Stufe auf meiner Treppe zum Erfolg. Ich lerne gern aus meinen Fehlern. Aus den Fehlern anderer Menschen zu lernen gelingt mir leider nicht so häufig. Zurück zu Brauchbarem und Unbrauchbarem, was häufig sehr nah beieinander liegt. Als gutes Beispiel hierfür nehme Ich die Bibel. Viele gute Erkenntnisse, die auch heute noch funktionieren, stehen neben völlig veralteten Empfehlungen. Die Spreu vom Weizen kann Ich leichter trennen, wenn Ich die Zeit und die damaligen Umstände berücksichtige. Weiterhin muß Ich berücksichtigen, dass die Bibel in Gleichnissen, in Beispielen, versucht, die Kernaussage verständlicher zu machen. Da das Individuum allgemein noch nicht so weit gebildet war – die Produktivität gab noch bei weitem der breiten Masse nicht so viel Freiheit wie heute, um sich und seine Welt selbst zu erforschen – herrscht ein hierarchisches und patriarchalisches Bild vor. Dass diese Perspektive heute gottlob überholt ist, brauche Ich wohl nicht zu betonen. Diese brauchbaren Erkenntnisse für mich individuell aus der Bibel zu ziehen erfordert einige Arbeit, die Ich aber immer reichlich belohnt bekomme. Dies gilt übrigens auch für alle anderen Religionsbücher in unterschiedlichem Umfang. Den größten Nutzen habe Ich bisher aus den buddhistischen Texten gezogen, da diese allein vom Ich (Individuum) ausgehen. Die Vergötterung des Urhebers ist der Tatsache zu verdanken, daß jede gute Idee von anderen Menschen aufgegriffen und „organisiert“ wird. Diese Organisationen zerstören mit ihren Regeln und Manipulationen viel von den positiven Möglichkeiten und Anregungen aus den Schriften. Als Beispiel kann hier die Kirche gelten, die durch ihr verbrecherisches Verhalten in der Geschichte und durch ihren Diebstahl am Mitglied heute dafür sorgt, daß sich immer mehr Christen abwenden und damit zugleich auf die wertvollen Anregungen durch die Bibel verzichten. Jede Organisation von Glauben und Wissen führt zur Erstarrung und Schädigung des Individuums. Organisationen sind grundsätzlich freiheitsschädlich und auf ein unbedingtes Minimum zu beschränken. Organisationen führen zu Vorschriften und Funktionärstum, diese ist besonders schädlich in Zwangsorganisationen, da hier der Wettbewerb die Willkür und den Diebstahl nicht zumindest ein wenig einschränkt. Also werde Ich auch zukünftig darauf achten, alle Teile einer Theorie sorgfältig als Kritik an meiner eigenen Theorie zu nutzen. Habe Ich zu gewissen Punkten noch keine eigene Meinung (Theorie oder Hypothese), kann Ich diese Anregung als Anfang nutzen, aber nur, wenn mir diese Themen wichtig genug sind. Auch hier ist in meinem Leben weniger oft mehr. Einen weiteren Aspekt will Ich kurz anreißen. Nur, weil ein Autor nicht die Willenskraft aufbringt, dauernd nach seinen eigenen Thesen zu leben, macht diese nicht automatisch wertlos für mich. Wobei der ernsthafte Versuch, seine eigenen Thesen umzusetzen, Voraussetzung für mich ist, damit Ich mich mit den Aussagen eines Autors überhaupt beschäftige. Dummschwätzer sind leider nicht nur bei den Zwangstauschern zu finden. Auch bei den Freitauschern überwiegt aber der Typ Denker, der sich dem Mainstream anpasst, konsequente Selbstdenker und Selbsttäter und Selbstverantworter sind wie zu allen Zeiten dünn gesät. Häufig wird diese Schwäche zugegeben, aber mit Sachzwängen gerechtfertigt (Pflicht gegenüber Familie etc.). Wirklich frei und unabhängig publizieren können nur ganz wenige ihre Gedanken, obwohl das Internet hier eine ungeheure Steigerung der Möglichkeiten bedeutet. Eine kritische Haltung gegenüber allen Zwangstauschern ist am besten durchzuhalten, wenn Ich Herr meiner Bedürfnisse bin und mit wenig Besitz und noch weniger Eigentum auskomme. Viel materielles Eigentum dagegen macht mich erpressbar, da die Zwangsmittel des Staates (benutzt durch die Zwangstauscher, die sich hinter ihm verstecken) nur mit erheblichem Aufwand in Notwehr durch mich abgewehrt werden können.
Leistung ist immer sozial wertvollIn einem Artikel von mir im Diepholzer Kreisblatt Nr. 17 vom 30.4/1.5.2005 erläute ich, warum freitauschende Unternehmer gar nicht anders können, als sozial zu handeln. Die Fragestellung der Zeitung war: “Müssen Firmen mehr Verantwortung zeigen?” Hier ein Scan des Artikels:
« Und niemand anders als ich selbst kann erfassen und bestimmen, was ich brauche. »
Alfred Reimann
| Alfred Reimann - Ich (Biografie)
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